Solange man noch kann

Wir ankerten in einer Bucht am Nordwestende von New Providence, das schon beinahe komplett von der Stadt Nassau überwachsen ist. Wir hatten hier wieder Radioempfang und wussten daher, was der Premierminister der Bahamas bezüglich des Coronavirus COVID-19 zu tun gedenkt. Ausgangssperre für die ganze Bevölkerung und der Verkehr zwischen den Inseln wird komplett untersagt. In Kraft treten sollte alles am morgigen 24. März und mindestens bis Ende Monat andauern. Vorerst nahmen wir die Informationen locker, denn was dies für private Boote bedeutete, war noch nicht klar. Doch wir entschieden uns am Folgetag sofort in eine Marina zu begeben, um uns im Internet informieren zu können.

Am Dienstag, 24. März fuhren wir deshalb um das westliche Ende der Insel, um von Süden die Palm Cay Marina erreichen zu können. Noch hatten wir normal einchecken können, nachdem wir am frühen Abend angekommen waren. Nur alle Restaurants und Lieferdienste waren geschlossen, weshalb wir uns an meinem beliebten «Falschen Seehund» erfreuten. Richard informierte sich schon seit der Ankunft auf New Providence regelmässig beim Flughafen, ob sein Flug nach New York den fliegen würde. Die Flüge von Nassau aus wurden reihenweise gestrichen, nach New York zu kommen wurde sogar besonders kritisch. Richard liess sich daher auf einen Flug nach Atlanta umbuchen und beschloss den erstbesten Flug zu nehmen, der flog. Die bedeutete für Reto und mich, dass wir am 25. noch mit Richard im Café (das erstaunlicherweise geöffnet hatte) frühstückten, bevor unser Freund zusammenpackte und sich auf den Flughafen fahren liess. Reto und ich wetteten, ob der Flug ging oder ob uns Richard noch eine Weile erhalten blieb. Ich verlor, denn abends erhielten wir ein SMS das Richard in Atlanta angekommen war und offensichtlich sogar auf New York weiterfliegen konnte, von wo aus eine Swiss-Maschine ihn nach Hause bringen würde. Ein, zwei Tage später erhielten wir ein weiteres SMS: Richard darf noch nicht zur Arbeit, weil er Quarantäne aufgebrummt bekommen hatte. Wir hatten derweil unsere eigenen Corona-Erlebnisse: Als ich das erste Mal einkaufen ging, wurden die Personen Portionenweise in den Laden gelassen, doch standen alle in einem riesigen Haufen vor der Tür. Beim nächsten Einkauf (unser Glacé-Verbrauch stieg proportional an) hatte ich schon in einer geordneten Linie anzustehen, in der Personen auf Markierungen mit je zwei Metern Abstand zueinander Schlange zu stehen hatten. Die Schlange reichte um das halbe Gebäude. Seither habe ich mir das Einkaufen gespart, denn bis ich unser Boot wieder erreichte, wollte Reto schon eine Vermisstenanzeige für mich aufgeben. Da wir uns für eine Woche eingemietet hatten, um die Corona-Entwicklungen zu beobachten, bemerkten wir unterschiedlichste Veränderungen. Das Restaurant hat inzwischen einen Take-Away eingerichtet. Die Pools des nahen Resort sind alle gesperrt, aber der private Stand wir von Marina- und Resortgästen rege genutzt. Das Café öffnet dafür inzwischen nicht mehr. Inzwischen wurde die Quarantäne bis am 8. April verlängert und private Boote dürfen sich zwischen den Inseln nicht mehr bewegen. Wir sitzen fest.

Was auch seine Vorteile hat: Der Blog ist einmal wieder auf dem neusten Stand. Reto hat sein Segelcover fertiggestellt. Ich kann meine Steuererklärung ausfüllen und endlich einmal wieder an meinem zweiten Buch arbeiten. Von unserem Bootsnachbar haben wir gelernt, wie man Kokosnüsse aufschneidet, um an das Kokoswasser zu kommen. Dieses neue Wissen bekommen nun die Kokosnüsse zu spüren, die an den Palmen der Marina wachsen. Ausserdem schlossen wir Freundschaft mit dem Streuner, der in der Marina lebt. Sie ist ein kniehohes, braunes Hundeweibchen, dass nie bellt und alle Gäste mit ihrer liebenswerten Art erfreut.

Hoffmann’s Cay

In zwei Tagesetappen erreichten wir Hoffmanns Cay, eine kleine Insel auf der Ostseite der Berry Islands Inselgruppe. Wir versteckten Sea Chantey hinter der Nebeninsel vor dem Ostwind, um zwei Tage zu bleiben. Mein Zustand der dauernden Übelkeit hatte sich in eine dauernde Antriebslosigkeit verwandelt, die aber allmählich wich. Diesmal machte dennoch ich die Ankerwache, während die Jungs die Ersterkundung der Insel in Angriff nahmen. Sie schwärmten bei ihrer Rückkehr von der Lagune und dem blauen Loch, dass es mich fast ärgerte. Am nächsten Tag gingen wir zu Dritt auf Erkundung. Vom Ankerplatz aus ruderte Richard uns in Alianza nach Norden, vorbei an einem kleinen Strand, den eine Familie mit Kindern besetzt hatte. Auch am langen Strand ruderten sie mich vorbei, dann bogen wir in eine grossflächige, seichte Lagune ein. Hier tummelten sich Meeresschildkröten im knietiefen Wasser, die vor unserem Dinghy flüchteten. Ich war erstaunt, wie schnell sie schwimmen können, wir hatten nicht das Glück eine von nahem zu sehen. Dafür entdeckten wir Anemonen zwischen den Wasserpflanzen und bestaunten die Mangroven. Dann ruderten wir zurück zum grossen Strand, wo wir das Dinghy zurückliessen. Barfuss liefen wir einem mit Laub und Sand bedeckten Pfad nach der sehr plötzlich auf einer steinernen Platte endete. Unter uns lag das blaue Loch mitten in der Insel und tiefblau. «Lauf diesem Pfad nach, dann glaubst du gleich nicht mehr, dass man auf dieser Felsplatte stehen kann», meinte Reto und ich kletterte den Pfad hinunter. Er endete am Rand des blauen Lochs in einer halb offenen Höhle, deren Decke die Felsplatte war. Sie konnte nur einen Meter breit sein, doch die Höhle darunter war tief wie eine Garage und es schien wirklich unmöglich, dass sie nicht einstürzte. Wir krochen ein bisschen in der Höhle herum, bevor wir dem Pfad zurückfolgten, bis zur ersten Verzweigung. Wir hatten vom Wasser aus, einen Schornstein aus den Palmen aufragen sehen und wollte nun das Gebäude finden. Zwei Mal liefen wir falsch, bevor wir plötzlich vor dem Gebäude in der Grösse eines Vans standen. Es hatte kein Dach, war zugewachsen und seine Grundmauern waren nur vier Meter lang und zweieinhalb Meter breit. Da wir an diversen Orten Steinhaufen gesehen hatten, fragten wir uns auf dem Rückweg, ob auf der Insel einst eine Ortschaft gewesen war. Dies fanden wir aber nicht heraus.  Stattdessen begaben wir uns auf den Heimweg, denn wir wollten am nächsten Tag ausgeruht nach Nassau segeln.

Das Flugzeugwrack vor Great Harbor

Wir hatten den perfekten Wind, um zu den Berry Islands südöstlich von Grand Bahama zu gelangen. Abends setzten wir die Segel und hatten eine relativ ruhige Überfahrt. Nur wurde mir sofort schlecht, richtig schlecht, so schlecht, dass ich meine Wache nicht durchhielt. Mein armer Reto bekam in dieser Nacht fast keinen Schlaf, obwohl die Nacht so ruhig war, weil er mich wieder ablösen musste. Ich lag dann mit grünem Gesicht an Deck und entschuldigte mich im 5 Minuten Takt. Es tat mir sehr leid, Reto um seinen Schlaf zu bringen. Trotz Wellen aus einer unpraktischen Richtung schlief Richard hervorragend, weshalb wir ihn nicht zum Steuerdienst verdonnern wollten. Am Horizont tauchten die Lichter von Passagier- und Frachtschiffen auf, die auf Reede lagen, wir passierten sie und sie verschwanden. Reto gab sich alle Mühe zur Verbesserung meiner Lage, aber weder selbst zu steuern noch die Lichter zu beobachten brachten mir Besserung. Mit dem Morgen erreichten wir die Riffe der Berry Islands, welche ich gequält vom Bug aus zu beobachten hatte. Sollten wir auf eine Untiefe zufahren, war es an mir dies zu melden. Jedoch fuhren wir ohne Probleme an unseren vorausbestimmten Ankerplatz und warfen in einer Bucht Anker. Hier schliefen wir den Rest des Tages: Reto, weil er müde war, ich, weil mir noch immer schlecht war und Richard, weil er nichts Besseres vorhatte.

Meine Magengegend hatte sich zwar noch nicht richtig erholt, dennoch wollte ich am folgenden Nachmittag unbedingt mit Reto das Flugzeugwrack ansehen gehen. Richard wünschte sich einen faulen Tag und blieb als Ankerwache zurück. So ruderte Reto mich zum Wrack. In nur 1.5 Metern tiefe liegen die Trümmer einer DC-3, welche in den 80ern abgestürzt war. Wie Reto gelesen hatte, war sie bei einem Drogentransport schlecht notgelandet. Bei Ebbe sticht das eine Triebwerk, oder besser dessen Reste, durch die Wasseroberfläche. Auch machten wir Tragflächen, die Heckflosse und ein Fahrwerk unter Wasser aus, weshalb wir glauben, die Maschine habe sich überschlagen. Nur fotografieren liess sich das Zeitzeugnis nicht, denn die Wellen spiegelten. Wir ruderten weiter zum Strand und spazierten ein Stück, bevor wir uns das blaue Loch ansahen. Es handelt sich um eine besonders tiefe Stelle, weshalb das Wasser dort dunkelblau ist. Die meisten blauen Löcher entstanden als Höhlen während der letzten Eiszeit, welche nun eingebrochen sind. Reto fand es spannend, ich fand es unheimlich. «Hast du Angst, dass dich das Meeresungeheuer frisst, Stefy?», lachte er mich aus. Ich murrte nur, weil ich auch nicht weiss, weshalb ich das endlose blaue Loch unheimlich fand. Ich finde auch Aussichtstürme unheimlich, wenn sie Gitterboden haben und ich sehen kann wie tief es heruntergeht. Jedenfalls war ich dank meines eigenartigen Magens von dem Ausflug vollkommen kaputt, als wir zurückkehrten. Reto planschte dafür noch frischfröhlich im Wasser herum.

Wir verschoben uns am Folgetag in die Marina der Hauptstadt der Berry Islands. Wir reden von einem Dorf mit 800 Einwohnern. Durch einen freigesprengten Eingang gelangten wir in einen natürlichen Hafen, der rundum mit Felsen umgeben ist. Hier bemerkten wir vom Corona-Wahnsinn schon mehr, denn die Restaurants waren geschlossen, nur ein Lieferservice noch möglich und ausser Bootbesitzern gab es keine Touristen. Uns störte es nicht: Bestellten Pizza zum Abendessen und der Besitzer des einzigen geöffneten Ladens fuhr uns Zu Restaurant hoch, wo wir Kotelette und Reis zum Mittagessen abholten. An beiden Gerichten assen wir am nächsten Tag noch. Am Nachmittag leihten wir uns Fahrräder von der Marina und radelten auf die Ostseite der Insel an den Strand. Reto schwamm, Richard fotografierte und ich ging auf Schatzsuche. Seeigel und Meerschwämme fand ich zuhauf, ein Stück Sepia war mir sogar wertvoll genug, dass ich es mitnahm. Als Reto abgekühlt war, radelten wir zurück in die Ortschaft Great Harbor.

Richard gönnt sich einen Drink

Eine einsame Insel

Da wir Richard nun hatten, stachen wir wieder in See. Bei allerschönstem Postkartenwetter kreuzten wir gegen den Südostwind auf, um nach Port Lukaya östlich von Freeport zu gelangen. Richard musste sich einen Grossteil des Trips unter Deck verkriechen. Seine winterlich blasse Haut vertrug trotz Sonnencreme nicht einen Bruchteil von dem, was unsere aushielt. Dennoch holten Reto und ich uns Sonnenbrand an diversen Stellen. Wir genossen das Segeln, wichen einem Frachter aus und bewunderten zwei enorme Industriebauten, die vor der Küste aus dem Meer ragten, doch wir legten nicht die gewünschte Distanz zurück. Ich hatte uns in Port Lukaya in der Marina eines Hotels angemeldet, weshalb wir auf Motor umstiegen. Innerhalb zwei Stunden erreichten wir den Kanal nach Port Lukaya und dockten hinter dem Flamingo Bay Hotel. Während Reto mit unserem Nachbarn plauderte, erkundeten Richard und ich das Resort: Die Poolbar war geschlossen, ebenso das Restaurant und unsere Dusche tat ihren Zweck, mehr nicht.

Stefanie und Richard bei der Wache

Wir kamen erst am Folgetag in den Genuss des leeren Resorts. Auch hier zählte die Kundschaft nur fünf oder sechs Familien, der Luxusdampfer hatte wegen der ersten Corona-Einschränkung nicht anlegen dürfen. Ausserdem ist auch in den Bahamas erst im Sommer Saison, was wir nicht begreifen konnten, weil wir schon im Frühling schwitzten. Doch ich verbachte den Tag ohnehin in der Hotellobby, wo ich einen wunderbaren Sessel und Internet für die längst fälligen Blogbeträge hatte. Die Jungs faullenzten und lasen, Reto arbeitete ab und an dem Segelcover für den Flieger. Doch wirkliche Erfrischung fanden wir erst am Nachmittag, bei einem Sprung in den Pool. Auch die Bar war heute geöffnet: In einem künstlichen Erdhügel in einer künstlichen Grotte war eine Bar eingerichtet, in welcher sowohl man direkt vom Pool aus als auch von einer normalen Baranlage aus bedient wurde. Wir gönnten uns Vitamin C, Reto und ich vom Wasser aus, während Richard auf einem Barhocker Platz genommen hatte. Ihm war nicht nach Baden. Tatsächlich wurde mir bald das Badewasser zu kalt, das Heisswasserbecken war mit dem Sonnenbrand an den Beinen aber eine Herausforderung. Reto stellte nicht einmal die Füsse hinein und ich, die bekennende Heissduscherin, brauchte 10 Minuten bis ich meinen Sonnenbrand ins Wasser versenkt hatte. Dann blieb ich aber glücklich fast eine halbe Stunde in meinem Hummerkochtopf sitzen. Dann wurde uns die Poolanlage unter dem Ar…   … unter der Nase weggeschlossen. Genau rechtzeitig, damit das Restaurant noch geöffnet hatte. Während des Essens unterhielten uns die wilden Katzen, welche im Resort wohnen. Die Streuner tigern über die Veranda zwischen den Tischen hindurch auf der Suche nach Futter und dulden sich dabei untereinander nicht.

Da wir erst abends die Marina verlassen wollten, um an unser nächstes Ziel zu gelangen, hatten wir noch einen Tag zur Verfügung. Mit dem Shuttle-Boot fuhren wir ins Downtown des Touristenorts. Auch hier waren die Strassen leer, viele Restaurants geschlossen und viele Souvenirshops verrammelt. Wir fanden einen Bankomat wo wir Bahamische Dollar abheben konnten. Richard kam zu einem Tank Top und auch ich handelte aus purer Freude ein wenig an einem Stand, um zwei Perlmutringe. Nur hatte ich kein kleines Geld und der Verkäufer konnte nicht wechseln: Fräulein, Sie sind heute meine erste Kundin! Er konnte aber ein paar kleine Scheine besorgen und ich lief zum Geldautomaten zurück, um 20iger abzuheben. So kam auch ich zu einem Souvenir. Wir assen ein frühes Abendessen, bevor das Shuttle uns zum Boot zurückbrachte und wir in See stachen.

Die Schnecke

Richard fand uns von alleine. Ursprünglich hatten wir ihn in Freeport, einen Tagestrip entfern, abholen wollen. Aber ihn zu uns kommen zu lassen, war einfacher. Glücklicher weise hatten wir schon tags zuvor aufgeräumt und Platz geschaffen, weshalb Richard sofort einziehen konnte. Wir hatten das Resort, welches sich rund um die Marina erstreckt, schon am Vortag erkundet und wussten, was es zu sehen gab. Wie alle Badetouristen verbrachten wir den Nachmittag im klaren, blauen Wasser am Strand, schaukelten in den vom Resort aufgehängten Hängematten und spazierten den Strand entlang, bis wir das Resort längst hinter uns hatten. Uns schien, dass die Hotelanlage ausser den Gästen der Marina kaum zwanzig Personen beherbergte. Die meisten Anlagen waren leer und am Strand befanden sich kaum Leute. Die Marina hingegen war gut belegt mit sogenannten Sportfischern, Privatpersonen, welche mit monströsen Jachten aufs Meer Fahren um Angeln zu gehen. Zumal sie von Florida aus schon den halben Weg nach Grand Bahama zurücklegen, um die Angeln auszuwerfen, übernachten sie oft auf der Insel, um am nächsten Tag fischend zurückzufahren. Das Restaurant hatte sich dem angepasst: Man kann seinen Fisch selbst mitbringen und zubereiten lassen.

Der Berufsfischer auf dem Pier interessierte uns aber weit mehr, denn dieser hockte an einem kleinen Tisch und schnitt etwas Undefinierbares zurecht. Conch, gesprochen Konk, ist eine grosse Seeschnecke mit noch viel grösserem Häuschen und eine Delikatesse auf den Bahamas, darf jedoch nicht exportiert werden. Zusammen mit Zitrone, Orange, Zwiebel, Tomate und Paprika wird daraus der berühmte Conch Salat. Die Schnecke ist auch als Suppe oder frittiert erhältlich. Furchtlos, wie wir sind, kauften Richard und ich dem Fischer eine Schale voll frisch zubereitetem Salat ab. Reto musste sicherheitshalber verzichten, da er gegen Schalentiere allergisch ist und wir bei ihm keine Risiken eingehen. Während der ältere Schwarze den Salat schnippelte, konnte ich seinem Sohn oder Neffen zusehen, wie die Schnecke aus der Schale geholt wird. Dazu wird, leider, in die immense Muschel mit dem Hammer ein Loch geschlagen. Durch dieses wir mit dem Messer das Ende der Schnecke abgeschnitten, welches mit der Muschel verbunden ist. An dem sogenannten Fuss, eine Art Flosse mit der sich die Schnecke bewegt, wird das arme Weichtier aus der Muschel gezogen. Dann werden der Fuss, die Stielaugen und das Geschlecht abgeschnitten, bevor die Schnecke gehäutet wird. Der Vorgang dauert zirka 30 Sekunden. Auch erzählte er uns, wie er die Schnecken mit Schnorchel und Flossen auf dem Grund zusammensammelte. Zirka 300 Stück waren es heute. Weil wir so interessiert waren, zeigte uns der Fischer, wo im Körper die wertvollen Schneckenperlen zu finden wären und er gab uns ein Stück der Schnecke ganz frisch zu essen: Es sah aus wie ein durchsichtiges Spaghetti, das wir der Schnecke nach meinem Verständnis direkt aus dem Geschlecht zogen. Die Vorstellung ist ekelerregend, das «Spaghetti» schmeckte aber nur leicht fischig und salzig, ähnlich wie Kaviar. Der Salat war derweil fertig geworden und auch dessen Geschmack, erinnerte nicht an meine Vorstellung von Schnecke. Das Schneckenfleisch war ähnlich wie eine Auster, nur etwas fester und faseriger, und schmeckte auch so. Ich bin nun auch bereit eine Weinbergschnecke zu probieren, aber ich schätzte dennoch das Kotelett, welches ich im mit Sportfischern überfüllten Restaurant bekam.

Lunenburg, Werft der Berühmtheiten

Ein Sturm war unterwegs auf uns zu, weshalb wir noch am Halloween-Donnerstag Lunenburg erreichen mussten, oder bleiben wo wir sind. Da wir Richard in Lunenburg noch einmal treffen wollten, standen wir also früh auf und machten noch ohne Kaffee und Zmorge im Magen die Leinen los. Natürlich hatten wir Gegenwind, weshalb auch dieser Trip unter Motor lief. Dazu regnete es und das Wetter testete unsere neuen Thermo-Outfits, welche uns aber warm und trocken hielten. Wir hielten uns im Windschatten der Inseln, arbeiteten uns aber in wenigen Stunden nach Lunenburg durch. Am Zwicker Dock machten wir fest und legten zusätzliche Leinen, da wir starken Seegang erwarteten.

Der Wind nahm dauernd zu, aber vor dem Aufkommen des Sturms angekommen zu sein gab uns die Möglichkeit uns auf Halloween vorzubereiten. Wir kauften Lebensmittel und einige Süssigkeiten für den Fall, dass sich in Sturm und Regen tatsächlich ein verkleidetes Kind auf den Pier hinauswagte, um «Trick or treat!» an unsere Schiebetür zu schreien. Leider kam niemand, doch die Halloween-Songs im Radio brachten uns dennoch in Feiertagslaune. Ich kochte an diesem Abend wieder einmal Fleisch ein. Zum Abendessen gab es Lunenburg Pudding – Leberwurst. Auch eine Blutwurst fanden wir im lokalen Angebot, wodurch die deutsche und schweizerische Herkunft der Einwanderer dieser Ortschaft deutlich wurde. So kommen wir auch in Kanada zu Metzgete.

Als traditionelle Bootsbauerstadt verfügt Lunenburg über drei Bootsausstatter. Schon beim zweiten fand Reto, was er suchte. Über Nacht war ihm die Idee gekommen, wie wir unser Heizungsproblem lösen konnten. Mit einer Platte würden wir eine herkömmliche Dieselstandheizung oberhalb der Steuerbordbank montieren, sofern wir die entsprechende Anlage auftreiben könnten. Doug von The Boat Locker konnte uns diese besorgen und versprach uns ausserdem, sie irgendwie überall hin liefern zu können. Da er seine Frau in Shellbourne kennengelernt hatte, erklärte er sich bereit unsere Heizung im Notfall sogar selbst zu liefern – unter dem Vorwand mit seiner Frau einen romantischen Ausflug zu machen. So würden wir spätestens im letzten Hafen, den wir anliefen bevor wir Nova Scotia verliessen, unsere Heizung bekommen. In der Holzwerkstatt gegenüber, in der die schnittigen Jachten aus den James Bond Filmen gebaut wurden, hatte das Busch-Telefon uns längst angekündigt. Paul kam persönlich auf Sea Chantey zu Besuch, um sich unsere Idee anzuhören und so war auch das Brett organisiert. Als Richard zu Besuch kam, konnten wir auf unsere baldige Heizung anstossen. Im Knot Pub, das uns von diversen Leuten empfohlen wurde und einer deutschen Familie gehört, assen wir Würste mit Sauerkraut und Fisch-Frikadellen. Traurigerweise hatte das berühmte Fisheries Museum geschlossen und Bluenose II, der Nachbau des historischen Regatta-Schoners, wurde eingewintert. Daher spazierten wir mit Richard durch die Strassen, durchstöberten einen Secondhand-Laden für Bücher, hockten eine Weile bei einem Drink und verabschiedeten uns spät abends mit Kaffee und Cheese Cake – diesmal von mir gebacken und nur halb so gut wie Richards.

Einige berühmte Schiffe, die in Lunenburg gebaut wurden:

  • Bluenose I, II und der Nachbau von II
  • Bounty
  • Rose, aus dem Film Master and Comander
  • diverse Bond-Jachten

RNSYS Halifax

Wir verliessen Sheet Harbour früh unter Motor und mussten auch den ganzen Tag unter Motor fahren, weil wir Gegenwind hatten. Zur Erklärung: Wir befinden uns im Wettlauf gegen die Zeit, da wir am 8. November Sea Chantey’s Aufenthaltsbewilligung in Kanada verlieren, daher müssen wir ein kleines bisschen Gas geben um den Gulf of Maine in einem guten Wetterfenster überqueren zu können. Unter Motor ermöglichte uns aber Halifax durch den Hintereingang zu stürmen und so einige Schiffswracks zu sehen. Ich hatte bereits den ganzen Tag versucht eine Marina anzurufen, um mich zu erkundigen, ob eine von ihnen noch freie Liegeplätze anbot. Ich landete aber immer beim Anrufbeantworter, ebenso in Lunenburg, das wir einige Tage später anlaufen wollten. So erbaten wir schliesslich via Funk einen Anlegeplatz, bei der einzigen Marina, die einen Funkkanal abhörte: Den Yachtclub mit Namen Royal Nova Scotian Yacht Squadron. Ein junger Mann dirigierte uns in einen Liegeplatz am Pier, unmittelbar neben dem einzigen anderen Holzschiff. Dessen Besitzer Rhynelander gab uns einige gute Kontakte.

Halloween? Wir haben nur die Ankerwinde geschmiert.

Wie wir feststellten, muss ein teurer Liegeplatz (2.45 $ pro Fuss, wovon Sea CHantey 73 lang ist) nicht zufriedenstellenden Service bedeuten, die Duschen waren uns entschieden zu dreckig. Dafür gewannen wir unsern «Nachbarn» Don lieb, der sein Boot in Halifax überwintern wird und uns mit seinem Mietwagen zwei Mal zu einem Bootsausstatter fuhr. Da unsere Heizung nicht geliefert wurde, Richard sie also auch nicht hatte mitbringen können, sahen wir uns nun nach einem vergleichbaren Modell um. Ein Diesel-betriebenes Durchlaufsystem erschien uns das richtige, welche aber teuer sind und einige Löcher in die Bootsaussenhülle benötigen. Der Bootsausstatter druckte Reto eine Gebrauchs- und Montageanleitung aus, mit der klar wurde, dass dieses System für Sea Chantey ungeeignet ist. Richard verliess uns an diesem Abend und setzte sich in das Hotel in Halifax ab, in dem wir vor zwei Jahren gut residierten. Zum Abendessen verabredeten wir uns erneut, weshalb Reto und ich mit dem Bus nach Downtown fuhren – gratis, weil im Bus die Kasse nicht funktionierte. Nach Richards Verabschiedung bei Koreanisch und Bier, mussten wir aber mit dem Taxi zurück. Nach Zehn fahren nun einmal keine Busse mehr zum Yacht Club.

Diese eisige Nacht bestätigte uns, dass wir eine Heizung benötigten. Da diese aber unerreichbar schien, begaben wir uns erst einmal in ein Fachgeschäft für Arbeitskleidung. Natürlich hatte der Commercial Fishery Suppley keine Schifel, die auf meine kleinen Füsse passten, aber Mark’s hatte die passenden, gefütterten Gummistiefel für mich. Und Thermo-Unterwäsche. Und superwarme Socken. Zu meiner Belustigung kaufte Reto ausserdem ein Paar Lackschuhe mit Anti-Rutsch-Sohle, die für Kellner gedacht sind, diese hatte seine Fussweite (denn Reto hat breite Füsse) und entsprachen seinem Stiel. Unser Taxifahrer kicherte als wir die Einkäufe ins Auto luden, denn wir hätten doch nur Gummistiefel kaufen wollen.

Eigentlich wollten wir nur das Clubgebäude von Innen sehen, aber schliesslich sassen wir mit Don und seiner Freundin Maggy beim Mittagessen. Sie arbeitet als Steuerfrau auf einem Eisbrecher der Coast Guards und war daher eine spannende Gesprächspartnerin. Da Don seinen Leihwagen abgeben musste, zeigten wir nur ihr unser Piratenschiff. Kurz sprachen wir mit unserem Nachbaren von der Maximo ll, der uns seine Durchlauf-Diesel-Heizung zeigte, was uns bestätigte ein anderes System zu brauchen. Dann tanken und südwärts ging ‘s. Wir umrundeten Sombro Head. Gegen Abend erreichten wir ein malerisches Fischerdorf am Ryan’s Gut, wo wir zwischen den Fischerbooten am Steg festmachten.

das Clubhaus

Sheet Harbour

… entpuppte sich als hübsche Ortschaft, mit allem was ein Segler braucht. Bewaffnet mit unseren Badeutensilien und Kleidern zum Wechseln begaben wir uns im Dinghy an Land und fragten im nächst besten Hotel nach einer Dusche. Der Concierge des Motels «Fairwinds» überlegte einen Moment, huschte dann davon und kehrte einige Minuten später zurück. Er drückte mir einen Schlüssel mit Aufschrift Zimmer 1 in die Hand und meinte, wir sollen ihm melden, falls wir das Bett berührten. Was es denn koste? …Nichts. Wir hinterliessen also ein sauberes Trinkgeld.

Nach einigen Minuten Fussmarsch betrachteten wir den Wasserfall von oben. Von den Brücken aus konnten wir wunderbar die Bucht mit Sea Chantey in der Mitte übersehen. Über beide Brücken und entlang dem erstaunlich braunen Fluss verlief ein Fussweg, auf dem wir uns wie in den Schweizer Bergen fühlten mit den Tannen, schmalen Wegen und rauen Steinen. Auch lag das geschlossene Visitor Center am Fussweg, wo wir uns über Sheet Harbour schlau machten: Hier wurden Jahrhunderte zuvor Lachse gefischt und Stämme geflösst, deren Holz nach England exportiert wurde, bevor 1920 eine Sägerei und später eine Papiermühle entstand. Die Verschmutzung durch Schwefel riecht man in der Bucht noch heute, obwohl seit Jahrzehnten keine Papiermühle mehr steht.

Wir stockten unsere Vorräte auf, welche samt uns von einer freundlichen Dame zum Dinghy gefahren wurden, und verstauten alles auf dem Boot. Reto musste wegen des zusätzlichen Volumens zwei Mal vom Ufer zu Sea Chantey rudern, um alles an Bord zu bekommen. Und nun ruderte Reto Richard und mich wieder an Land: Wir mussten den Bier-Vorrat aufstocken. So bestellten wir in der Bar des Henley House jede Sorte des selbstgebrauten Biers in Probiergrösse. Die Tochter des Pub-Besitzers hatte in Wales brauen gelernt und betriebt nun im Anbau die Sober Island Brewery. Wir plauderten mit dem Bruder der Brauermeisterin und kauften bald genug Bier um einen Harras und ein paar Socken geschenkt zu bekommen. Da es inzwischen zu spät war, um im «Fairwinds» zu Abend zu essen, kehrten wir ins Henley House zurück. Belustigt meinte unser Verkäufer, als er sagte «See you soon» hätte er uns nicht so bald wieder erwartet. So kamen wir aber zur Geschichte des Namens der Brauerei. Es gibt die Legende, dass einst Piraten wegen ihrer Trunkenheit auf Sober Island aufliefen und strandeten, welches nahe Sheet Harbour liegt. Als sie wieder von dort wegkamen, waren alle nüchtern – eben sober.

Wettlauf zum Konzert

Richards erster Tag an Bord war nass! Wir machten in Whycocomaq einige Besorgungen – Richard brauchte eine Kaffeetasse – und brachen bei Nebel und Regen, aber kaum Wind auf! Hätten wir die Zeit gehabt, wären wir vermutlich noch geblieben, aber wieder waren wir in Zeitnot. Ich hatte Konzerttickets für das Celtic Colours Konzert in St. Peters gekauft, das einzige für das ich noch Tickets bekam. So stiegen wir nach einigen Stunden langsamen Segelns wieder auf Motor um, brauchten aber dennoch den ganzen Tag um Maskell Harbour zu erreichen. Wieder mussten wir früh los, doch hatten wir am Mittwoch doch zumindest allerschönstes Wetter. Nur wieder beinahe keinen Wind, sehr zu unserem Verdruss. Aber man macht bekanntlich das beste draus: Ich konnte lesen, abwaschen und schreiben, alles barfuss. Richard konnte lesen und Tee trinken. Und Reto… durfte steuern, was er eben am liebsten tut. Bei Sonnenschein legten wir in St. Peters an, das sich schon wie ein zu Hause anfühlt. Wir kennen bereits zwei Hand voll Leute, der Yacht Club ist eine Art grosse, bunte Familie. Schnell duschen, schnell zu Subway und schon standen wir vor dem Konzertsaal. Die Celtic Colours sind ein Festival zu Ehren der traditionellen Musik, welches auf ganz Cape Breton Island stattfindet. Während der Woche, in der sich die Blätter der Laubbäume verfärben, werden jeden Abend in unterschiedlichen Ortschaften Konzerte, kleine Events und Workshops gehalten. Künstler und Publikum reisen aus der ganzen Welt an. So hörten wir zu Konzertbeginn eine Sängerin aus Grenada, die traditionelle Musik aus der Karibik und den USA spielte. Dann gaben die lokalen Geigenspieler richtig Gas und der «fiddling Fisherman» schloss mit unglaublich schnellem Geige- und Gitarrespiel ein atemberaubendes Konzert. Natürlich fehlten wir auch an der After Party nicht, die eine Open Jam Session in einer Bar am Stadtrand war. Die Blaunasen, die hiesigen Kanadier, sind wahre Meister der Musik und eine Jam Session, an der unbekannten Leute spielen, steht einem Konzert in nichts nach.

Fotografiert aus dem Tür-Loch, zwei nasse Jungs

Entsprechend unseres Bier- und Cocktailkonsums bis morgens um eins, schliefen wir am stürmischen Freitag lange. Da der Wetterbericht Sturm mit Böen um 90 km/h angesagt hatte, wollten wir den Tag hier verbringen und dann im Konvoi mit zwei anderen Schiffen die Schleuse passieren. Also wuschen wir Wäsche. Unsere kleine Yacht Club Familie hatte am Vorabend die Künstler des Konzerts mit Truthahn verpflegt, dessen Rest nun die Leute aus dem Club samt uns vertilgten. So sitze ich mitten am Nachmittag mit Cola Rum vor meinem Blog, während die Jungs plaudern.

Running for Richard

Der Stopp in Jens Boatyard war nur kurz. Wir holten die Reste unserer Bestellungen samt Rechnung ab und werkelten ein wenig an Sea Chantey. Auch hatte ich Zeit für ein Experiment, ich habe gebacken. In kürzester Zeit hatte ich einen ganz ordentlichen Brotteig ohne Rezept angemischt, da ich mir aber mit dem Backen im Backofen nicht sicher war (schliesslich buk ich zum ersten Mal mit einem Gasofen), buken wir einen Teil des Teigs an Stöcken über dem Feuer. Das Schlangenbrot gelang und auch den kleinen Laib Brot aus dem Ofen empfanden wir als gut. Er war unser Frühstück an einem windigen, kühlen Freitag, als wir nach Whycocomaq aufbrachen. Wir hatten Gegenwind und kämpften uns in langen Schlägen durch den westlichen Arm des Lake Bras d’or. Den ganzen Tag kreuzten wir auf, ohne zu glauben auch nur die Hälfte des Weges zurücklegen zu können. Bei Sonnenuntergang retteten wir uns nach Little Harbour, das kreisrund ist mit einer winzigen Einfahrt und deshalb gegen alle Windrichtungen Schutz bietet. Da unser Wetterbericht viel Wind und Sintflutartigen Regen angesagt hatte, versteckten wir uns einen ganzen Tag lang vor dem schlechten Wetter. Wir fanden an diesem Samstag vermutlich alle undichten Stellen unseres Decks.

Backe, backe Schlangenbrot

Am Sonntag brachen wir früh auf. Der Wind war leicht und das Wetter trocken aber bewölkt und kalt. Wir segelten bis zur Barrastrait Bridge, nördlich von ihr mussten wir die Hilfe unseres Motors in Anspruch nehmen, da wir uns am Abend in Whycocomaq mit Retos Onkel und Tante verabredet hatten. Zumal wir seit zehn Tagen keine Dusche mehr gesehen hatten, machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Baddack, der Sommerresidenz von Alexander Graham Bell, dem Erfinder des Telefons. Eine Stunde später setzten wir wieder die Segel und jagten mit jeder Böe dem Indianerreservat Whycocomaq entgegen. Unter voller Besegelung neigte sich Sea Chantey um dreissig Grad, aber wir waren unter Zeitdruck. Nur ging uns nach der Little Narrows Ferry der Wind aus, weshalb wir den Rest unter Motor machten. So kamen wir aber rechtzeitig in Whycocomaq an um Thanksgiving in unserem Lieblingsrestaurant zu feiern, welches einer schottischen Familie gehört. Wir haben uns dort mit Kristen, der Tochter des Wirts angefreundet. Ausserdem kamen wir so zu unseren Kartoffeln.

Am Montagmorgen besahen wir zunächst die Beule, die Reto Sea Chantey beim Anlegen zugefügt hatte. Es war schon dunkel gewesen, weshalb Reto den vorstehenden Pfeiler des Pier nicht gesehen hatte und damit kollidiert waren. Aber ausser Lackschaden war alles in Ordnung. Da wir Richard am Nachmittag erwarteten, machten wir einen Besuch bei Tim Hortons, dem in Kanada häufigsten Coffee Shop, um das Internet zu benutzen. Ich arbeitete, Reto plauderte – stundenlang, bis ich endlich meine Blog up dates erledigt hatte. So waren wir keine Viertelstunde zu Hause als Richard seinen Weg von der Strasse ganz allein zum Pier fand! Und er brachte Post: Meine vergessenen Notizen zum nächsten Buch, Chräbeli, Käpt’n Tollys Ritzenkleber, zwei Flaschen Rum und so weiter. Aber keine Heizung. Diese war nie zu Retos Eltern geliefert worden, wir heizen also weiterhin mit der Petrollampe. Den ganzen Nachmittag brauchten wir, bis Richard richtig eingezogen war.