Wettlauf zum Konzert

Richards erster Tag an Bord war nass! Wir machten in Whycocomaq einige Besorgungen – Richard brauchte eine Kaffeetasse – und brachen bei Nebel und Regen, aber kaum Wind auf! Hätten wir die Zeit gehabt, wären wir vermutlich noch geblieben, aber wieder waren wir in Zeitnot. Ich hatte Konzerttickets für das Celtic Colours Konzert in St. Peters gekauft, das einzige für das ich noch Tickets bekam. So stiegen wir nach einigen Stunden langsamen Segelns wieder auf Motor um, brauchten aber dennoch den ganzen Tag um Maskell Harbour zu erreichen. Wieder mussten wir früh los, doch hatten wir am Mittwoch doch zumindest allerschönstes Wetter. Nur wieder beinahe keinen Wind, sehr zu unserem Verdruss. Aber man macht bekanntlich das beste draus: Ich konnte lesen, abwaschen und schreiben, alles barfuss. Richard konnte lesen und Tee trinken. Und Reto… durfte steuern, was er eben am liebsten tut. Bei Sonnenschein legten wir in St. Peters an, das sich schon wie ein zu Hause anfühlt. Wir kennen bereits zwei Hand voll Leute, der Yacht Club ist eine Art grosse, bunte Familie. Schnell duschen, schnell zu Subway und schon standen wir vor dem Konzertsaal. Die Celtic Colours sind ein Festival zu Ehren der traditionellen Musik, welches auf ganz Cape Breton Island stattfindet. Während der Woche, in der sich die Blätter der Laubbäume verfärben, werden jeden Abend in unterschiedlichen Ortschaften Konzerte, kleine Events und Workshops gehalten. Künstler und Publikum reisen aus der ganzen Welt an. So hörten wir zu Konzertbeginn eine Sängerin aus Grenada, die traditionelle Musik aus der Karibik und den USA spielte. Dann gaben die lokalen Geigenspieler richtig Gas und der «fiddling Fisherman» schloss mit unglaublich schnellem Geige- und Gitarrespiel ein atemberaubendes Konzert. Natürlich fehlten wir auch an der After Party nicht, die eine Open Jam Session in einer Bar am Stadtrand war. Die Blaunasen, die hiesigen Kanadier, sind wahre Meister der Musik und eine Jam Session, an der unbekannten Leute spielen, steht einem Konzert in nichts nach.

Fotografiert aus dem Tür-Loch, zwei nasse Jungs

Entsprechend unseres Bier- und Cocktailkonsums bis morgens um eins, schliefen wir am stürmischen Freitag lange. Da der Wetterbericht Sturm mit Böen um 90 km/h angesagt hatte, wollten wir den Tag hier verbringen und dann im Konvoi mit zwei anderen Schiffen die Schleuse passieren. Also wuschen wir Wäsche. Unsere kleine Yacht Club Familie hatte am Vorabend die Künstler des Konzerts mit Truthahn verpflegt, dessen Rest nun die Leute aus dem Club samt uns vertilgten. So sitze ich mitten am Nachmittag mit Cola Rum vor meinem Blog, während die Jungs plaudern.

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