Der alte Mann im Haus am Meer

Sids Familie schien einen sechsten Sinn fürs Helfen zu haben. Der erste Mensch der uns fragte, ob wir einen Ritt benötigten, entpuppte sich als Sids Onkel. Corey Mood betreibt die Fischfabrik und hatte an diesem Tag die Zeit uns zu Dixons Marine Supply zu fahren. Wir kauften Schrauben und verbrachten den folgenden Tag damit unsere Heizung zu installieren. Inzwischen ist der Tank montiert, die Dieselleitung verlegt und auch die Heizung ist montiert. Nur der Kamin trennt uns noch von einer warmen Kabine. Den «Doughnut», die Dachsdurchführung des Ofenrohrs, mussten wir noch anschrägen, damit er gerade auf unserem gewölbten Dach angebracht werden kann. Dazu wollten wir am Folgetag wieder zu Dixons und zogen uns warm an, um uns an diesem kalten Tag zu Fuss auf den Weg zu machen. Es schneite und der Wind war eiskalt. Doch weiter als zur Fischfabrik kamen wir nicht, bevor uns ein älterer Herr ansprach. Wir enttarnten ihn schnell als Sids Grossvater James Mood, der uns erst einmal zu Tim Hortons fuhr und mit Kaffee versorgte. Dann fuhren wir zu Dixons, die uns aber nicht helfen konnten den hölzernen Ring anzuschrägen. Sie könnten die Arbeit nicht qualitativ genügend ausführen. Pech. James ging dafür mit uns zur Tankstelle und wir besorgten Diesel, bevor er uns mit zu sich nach Hause nahm. Er bewohnt alleine ein grosses Haus auf einer Halbinsel direkt hinter der Fischfabrik, das viele leere Zimmer enthielt, aber praktisch zwei komplette Wohnungen beinhaltete, welche nur die gleiche Küche benutzen müssten. Er erzählte uns von seiner Jugend als Fischer und von seiner Familie, die einen sehr hohen Stellenwert in seinem Leben hat. Ausserdem meinte er, wir sollten unsere Familien anrufen und wenn wir duschen wollten oder Wäsche waschen, stehe sein Haus zu unserer Verfügung. So ging er mit seinem Trunk in die Garage und wir taten, was er uns vorgeschlagen hatte: duschen, waschen, telefonieren. Wir hinterliessen ihm einen Stapel Schokolade. In der Fischfabrik entdeckten wir einen Schraubstock und einer der Angestellten brachte Reto bald eine Elektrische Handsäge, weil er mit unserer Handsäge kaum durch den zähen Holzring kam. Auch ein Handschleifgerät liess sich auftreiben, weshalb unser Doughnut bald in Form war. Ich sah derweil zu wie einige Angestellte mit zackigen Handgriffen die «Bäckchen» aus Heilbutt-Köpfen schnitten, weshalb ich kurz darauf einen Gefrierbeutel voll Fischbacken samt kochanleitung in die Hände gedrück bekam. Statt in Butter kochte ich sie in Olivenöl und wurde gerade fertig, bevor das Gas ausging. Da wir aber am Donnerstag morgen los wollten, stellten wir uns auf ein kaltes Frückstück ein.

kaltes Wetter in Woods Harbour

Die Nacht war kalt, denn wir hatten an diesem Pier keinen Strom, weshalb wir unseren Elektroofen nicht nutzen konnten. Früh um fünf zogen wir die wärmsten Kleider an, tranken keinen Kaffee und stiegen dann an deck. Die Leinen waren alle gefroren, weshalb es einige Minuten dauerte, um uns vom Nachbarschiff Ozean View zu befreien. Noch im Dunkeln verliessen wir den Hafen und die Bucht unter Motor. Wir würden erst am Nachmittag wind bekommen, weshalb wir uns mit Diesel nach Westen arbeiteten. Das Meer war spiegelglatt, die Temperaturen eisig und es wurde auch am Tag nicht wärmer. Um acht Uhr kam die Hiobsbotschaft: Pieeeeeeeeeeeee…. Der Abgastemperatursensor sprach an und Reto schaltete sofort den Motor aus. Dann begann die Fehlersuche. Wir vermuteten das Kühlsystem, weshalb wir das Dinghy wasserten und prüften, ob die Aussenwasserzufuhr verstopft war. Nichts, auch nicht im Filter. Der Impeller? Dann würde kein Wasser aus dem Auspuff kommen, doch das tat es. Der Regenbogenfarbene Film auf dem Wasser – Öl? Kühlflüssigkeit? Diesel? Wir entschieden uns einen Mechaniker zu suchen. Dazu setzten wir die Segel und segelten in einem leichten Lüftchen zurück nach Woods Harbour. Wegen der «Wind»-Richtung mussten wir einen Umweg rund um Outer Island fahren. Für zwei Stunden afhrt nach Westen, segelten wir acht Stunden nach Osten. Am Nachmittag kam aber etwas Wind auf, der uns in den Nordhafen zurückbrachte. Vor dem Südwind her trieben wir auf den Hafen zu und bereiteten das anlegen vor, den diesmal musste alles stimmen. Wir holten vor dem Hafen Das Gross- und Besansegel ein, um uns nur vom Klüver in den Hafen ziehen zu lassen. Auf Befehl musste ich sofort das letzte Segel herunterziehen. Während Reto Sea Chantey längsseits des ersten Schiffes steuerte, musste ich die Heckleine an einem Anschlagepunkt befestigen und das Ketsch mit der Leine abbremsen. Sea Chantey hatte dank des Südwinds viel Schwung und war schwer zu bremsen, schlussendlich hingen wir aber an dem riesigen Hummerboot und waren erleichtert. An diesem Pier konnten wir auch das Kabel verlegen und das eiskalte Schiff mit dem Elektro-Ofen beheizen. Wir entschieden, uns mit unserm Problem erst einmal an James zu wenden. Da er nicht zu hause war, besorgten wir uns eine Pizza. Ein freundlicher Herr fuhr uns zurück zur Werft, wo James uns aufgabelte. Bei Pizza und Bier hielten wir in seiner Küche Kriegsrat.

Morgens um acht trafen wir uns am Pier. Zu James’ Tagesordnung gehörte der Kaffee von Tim Hortons, dann machten wir uns erst einmal auf die Suche nach Propan. Wir besitzen leider einen speziell geformten Tank, weshalb uns Austauschflaschen nichts nützen. An zwei Tankstellen und einem Hardwarestore konnte niemand Gastanks befüllen. Ohne Gas brachte James uns zu einem Mechaniker, George Adams, der nach kurzem Gespräch samt Frau und Besuch zum Hafen kam. James «befahl» uns die Gastanks in seinem Pick-Up zu lassen, während wir zu unserem Motor schauten, wollte er Gas besorgen. George sah sich unseren Motor an und war nach kurzer Zeit sicher, dass er einwandfrei funktionierte. Auch ein Leck konnte ausgeschlossen werden, wir müssten also nur das Kühlwasser auffüllen. Und einen neuen Sensor für das Auspuffwasser besorgen. Da dieser auch bei kaltem Motor ansprach, musste er defekt sein. So plauderten wir noch eine Weile und liessen uns von seinem Leben als Analphabet, Fischer und Bootsmechaniker erzählen. Dann suchten wir nach James, den wir erfolglos in seinem grossen Hasu am Meer vorfanden. Wir entschieden uns dennoch, uns mit einem Abendessen im Restaurant zu belohnen und plauderten den ganzen Abend. Wer glaubt, wir hätten ihn einladen dürfen, kennt James Mood nicht. Aufdem Rückweg zu ihm trafen wir seine Tochter Andrea, Sid’s Mom, und plauderten bis um elf in James’ Wohnzimmer, bevor wir alles erzählt hatten.

Am folgenden Tag fuhr James uns den ganzen Weg nach Yarmouth, wo wir aber endlich unsere Gastanks befüllen konnten. So vorbereitet verabschiedete uns der alte Fisch-Fabrikant herzlich. Und wir mussten ihm versprechen, dass wir anriefen sobald wir den Gulf of Maine überquert hatten.

Das Pferderennen

Sid verabschiedete uns mit einem riesigen, kalten Packet mit gefrorenem Eigenfang:

  • Heilbutt Filet
  • Schwertfischsteak
  • Rauchfisch
  • Rehsteak (in Kanada nur zu bekommen von jemandem, der selbst jagt)
  • Eine ganze Ente
  • Truthahn Stew von seiner Mutter
  • Eingelegte Rote Beete und Zucchini

Es verschlug uns die Sprache! Mit einer Einladung in die Schweiz und einigen Tafeln Schokolade bedankten wir uns so gut wir konnten. Dann machten wir uns auf den Weg. Wir hatten uns für eine Route scharf vorbei am Kap entschieden. Die Unterwasser-Topografie und eine Ansammlung von Untiefen verursacht rund um Cape Sable Strömungen und ungleichmässige Wellen, sogenannte Wasserturbulenzen. Laut unserem Küstenführer sind sie stark genug um eine Jacht Heck nach vorne zu drehen, wenn der Steuermann nicht Acht gibt. Da aber der Gegenwind gegen Mittag abflaute und die Wellen weniger und weiter wurden, rechneten wir uns eine gute Situation aus. So war es auch, nur war auch die gute Situation anspruchsvoll. Vor dem Kap übernahm ich das Steuer und steuerte uns durch die «horse race» genannten Untiefen. Über diesen türmten sich die Wellen hoch auf, ihre Abstände wurden kurz und die Strömungen machten Sea Chantey schwer steuerbar. Die Wellen bremsten uns, weshalb Sea Chantey selbst mit 3000 Touren Mühe hatte eine Geschwindigkeit von 5 Knoten zu halten. Während unser Bug über drei Meter in die Wellentäler hinabfiel, wir unseren Bugspriet regelmässig tauchten und ich mich um das Kap mit dem Leuchtturm kämpfte, sass Reto in der Küche. Fröhlich pfeifend schmierte er Frischkäse-Brötchen. Vor dem Kap musste ich den Kurs ändern, weshalb wir die Wellen von der Seite hatten. Dies schaukelte uns nicht weniger, aber bremste Sea Chantey nicht mehr. Bis Reto gegessen hatte, hatten wir das Kap umrundet. Die Wellen wurden länger und auch ich konnte mich über mein Brötli hermachen.

Ich möchte noch erzählen, dass ich ein echtes Phänomen der Seekrankheit bin. Ein bisschen Schaukeln ist kein Problem, bei mehr Schaukeln wird mir übel, aber wenn die Wellen eine gewisse Höhe überschreiten, ist meine Seekrankheit kuriert. So war mir nicht wohl und ich hatte keinen Hunger, bis ich mit dem «horce race» kämpfen musste. Auch danach hielt sich der Hunger in Grenzen, obwohl mir nicht mehr schlecht war. Aber im Hafen hatte ich Hunger wie ein Wolf, …wie ein Seewolf!

Nun sog uns die Flut der Bay of Fundy entgegen, die den Weltgrössten Gezeitenunterschied hat. Als Ziel hatten wir Wood Harbour gewählt, wo Sids Grossvater wohnt und er daher wusste, dass wir hier das benötigte Material für die weitere Montage unserer Heizung bekommen würden. So fuhren wir in den Fischerhafen ein und machten am erstbesten Fischerboot fest. Reto fand auf seinem Spaziergang keine Hafenaufsicht, aber es schien an diesem Abend niemanden zu interessieren, ob wir da waren. Ich kochte uns die Heilbutt Filets, nature, munière und al Pesto, und eines ist sicher: Sid fischt verdammt guten Fisch.

Der Fischer von Port La Tour

Weil wir erst am späten Vormittag abgelegt hatten, erreichten wir das zwei Buchten südlich gelegene Port La Tour erst nach Sonnenuntergang. Zwei Fischerhäfen standen zur Auswahl, der nördliche war laut Karte nicht tief genug, der südliche hatte einen Wellenbrecher in der Einfahrt. Wir entschieden uns für den Südlichen, weshalb ich mit dem Suchscheinwerfer auf dem Bug stand und die Verbauung suchte. Diese war aber entfernt worden, weshalb wir ungehindert in einen grossen, gut beleuchteten Hafen einfuhren. Die Fischerboote schienen sich nahezu zu stapeln, der Hafen war voll. Aber am äussersten Pier war ein Liegeplatz frei, an dem wir anbanden. Während ich die Springleinen befestigte, machte Reto sich auf die Suche nach Jemandem, der uns einen Platz zuwies. Zurück kam er mit den Worten: „Ich habe jemanden auf ein Bier eingeladen!“ Zu Besuch kam ein Mann Mitte Zwanzig mit Baseball Cap und Gummistiefeln: Sid. Bei einer Dose Bier plauderten wir über unsere Pläne und Fischerei. So brachten wir in Erfahrung, dass Schwertfisch, Heilbutt und Thun mit der Harpune gefischt werden und dass er sein Boot mit integrierten Tanks für die Zwischenlagerung der gefangenen Hummer ausgerüstet hatte. Das grosse Boot besitzt er seit drei Jahren, aber er hatte schon mit achtzehn Jahren mit einem eigenen Boot gefischt. Privat war er Familienvater und trainierte Zugpferde für Zugwettkämpfe auf Prinz Edward Island. Er hatte uns einen Adapter für unser Verlängerungskabel mitgebracht und meinte: „Ich musste lange suchen bis ich jemanden fand, der einen hatte. Alle Jungs sagten nur: die Schweizer können an meinem Boot festmachen und direkt das Kabel am Boot einstecken. Aber nun könnt ihr gleich an meinem Liegeplatz bleiben, das ist bequemer.“ Wir waren wieder einmal beeindruckt von der Gastfreundschaft der Kanadier. Und dass wir an Sids Liegeplatz lagen, fanden wir lustig. Er hatte sein monströses Fischerboot zum Beladen mit Hummerkörben, an einen anderen Pier gefahren.

Wir mussten wieder einen Tag im Hafen verbringen, weil der Novemberwind auf See so stark blies. Wir machten einen Spaziergang zum nahen Fort, plauderten mit verschiedenen Fischern und begannen unsere Heizung zu montieren. Allerdings stellten wir die Montage nicht fertig, weil noch Kupferrohre und ein Loch im Dach zu besorgen waren. Sid kam mit seiner Freundin zum Plaudern vorbei, weshalb wir ihn gleich in die Planung des nächsten Tages einbezogen. Wir wollten Cape Sable umrunden, welches für seine Wasserturbulenzen berüchtigt und «gefürchtet» ist. Die lokale Bevölkerung nennt es das «horse race». Man muss es im richtigen Moment durchqueren, damit die Flut dem Schiff durch die Wasserwirbel hilft. Daher rechneten wir aus, wann wir aufbrechen mussten und entschieden um elf am Morgen abzulegen.

Shelburne – kalt/warm

Der Sturm war am Freitag, 8. November am stärksten, (und am kältesten,) an dem wir Kanada hätten verlassen sollen. Reto sass am ersten Tag in Shelburne wie auf Nadeln, weil klar war, dass wir nicht weitersegeln konnten, aber nicht, ob wir bleiben durften. Ein Barbesuch im Sea Dog Pub erleichterte ihn. Dank des FREE WI-FI konnte er bei lokalem Bier bei dem uns bekannten Zollbeamten anfragen, ob wir unseren Aufenthalt verlängern konnten, und bekam bei einem anderen lokalen Gebräu Antwort. Unsere Sicherheit steht über allem, wir sollten uns einfach melden, wenn wir Kanada verliessen. Wir nutzten die Zeit, in der wir auf Doug mit unserer Dieselheizung warteten, indem wir unsere Ausrüstung und Vorräte aufstockten. Ausserdem besorgten wir mit unserem Kanister etwas Diesel, den wir in den Tank der Heizung füllen konnten, sobald alles montiert sein würde.

In Sea Chantey wurde es nachts sehr kalt. Freitag auf Samstag drohte der Wetterbericht sogar mit Schnee, von dem wir aber nicht viel sahen. Der Hafenmeister lieh uns ein Verlängerungskabel und einen Adapter für Marine-Anschlüsse. Daher konnten wir die kleine Elektro-Heizung benutzen, die Don uns in Halifax geschenkt hatte. Doug vom Boat Locker lieferte am Samstag unsere Heizung samt Zubehör. Wir machten die Leinen los, sobald sein Lieferwagen den Pier verlassen hatte. Das Wetter war zwar winterlich kalt, aber klar und sonnig, weshalb der kurze Trip nach Port La Tour eine wahre Freude war.

„Stürmischi Ziite“

Das Wetter war doch so schön gewesen! In Lunenburg unternahm ein freundliches Päärchen einen spontanen Ausflug mit uns. Mit ihrem Auto fuhren sie uns in der Gegend um her, zeigten uns die wunderschöne Fischerortschaft Blue Rocks und alles, was wir ihnen geben konnten, waren einige Tafeln Schokolade. Blue Rocks besteht aus kleinen, bunten Häusern an einer felsigen Küste. Einige Häuschen stehen auf den Felsen mit dem Pier direkt vom Haus, so dass ein Fischer nur einen grossen Schritt zu machen braucht, um an Bord seines Schiffes zu gelangen. In einer Landschaft wie von einer Postkarte pirschte ich mich an ein Eichhörnchen, bis es entsetzt die Flucht ergriff und sich unter der Fussgängerbrücke versteckte. Die Gastfreundlichkeit der Kanadier ist manchmal kaum zu glauben, am gleichen Abend lud uns der Besitzer des Ausflugs-Schoners Eastern Star auf eine Dusche ein. Er betreibt im Sommer ein Bed&Breakfast, weshalb wir in einem ausgebauten Badezimmer abwechselnd duschen konnten. Der jeweils andere sass in der beheizten Stube und plauderte über Holzschiffe.

Auch war das Wetter sonnig als wir in Lunenburg ablegten und nach Süden segelten, bis der Wind nicht mehr mitmachte. Das Einholen der Segel hatte seine Tücken. Ich liess dummerweise das Besanfall, an welchem das Segel den Mast hochgezogen wird, los. Daher musste Reto mich an der Wang den Besanmast hochziehen, damit ich es greifen und herunterziehen konnte. Es ist nun an der Klampe verknotet, damit es nicht wieder verloren geht.

Die Etappe des nächsten Tages wählten wir etwas länger, um schneller nach Süden zu kommen. Wir erwarteten schlechtes, beziehungsweise stürmisches Wetter. Erst nach Sonnenuntergang trafen wir in Port Joli ein. Die Kojoten heulten unheimlich an Land, während wir den Anker warfen. Der Wetterbericht stimmte uns kritisch: Wegen der Sturmwarnung mussten wir am nächsten Tag den Hafen erreichen, in dem wir den Sturm abwarten wollten, doch würden wir starken Gegenwind haben. Wir entschieden schon am frühen Morgen abzulegen, daher konnte Reto schon morgens um eins nicht mehr schlafen. Er zog im Dunkeln den Anker hoch und steuerte Sea Chantey aus der Bucht heraus auf das offene Meer. Ich durfte noch einige Stunden schlafen, aber morgens um fünf musste auch ich aus den Federn kriechen um Reto mit Kaffee zu versorgen. Schichtwechsel war lange vor Sonnenaufgang, weshalb ich unterm Sternenzelt am Steuer sass und hinter meiner linken Schulter der Horizont heller wurde. Wer glaubt, Reto könnte nun schlafen, täuscht sich. Logbuch, Navigationsgerät, Wetterbericht und Kaffee beschäftigten ihn, weshalb nur ich den Sonnenaufgang geniessen konnte. Dann war der Genuss vorbei. Kaum war es Tag, frischte der Wind auf. Wir kämpften die ganze Etappe mit starkem Seegang bei böigem Gegenwind. Grössere Wellen bremsten uns, wenn sie auf den Bug trafen. Da wir aber so früh abgefahren waren, erreichten wir den Fjord von Shelburne am helllichten Nachmittag noch vor dem Sturm.

Vor einem Jahr hatten wir in dieser grösseren Fischerortschaft einklariert, uns also beim kanadischen Zoll angemeldet. Der wunderbare Jachtclub mit der gemütlichen Bar war aber im Sommer ausgebrannt und die Stege für den Winter aus dem Wasser gezogen. Daher suchten wir beim T-förmigen Dock einen Anlegeplatz. Dieser wird nur von Fischern benutzt, die sich zurzeit für die «Lobster Season» vorbereiten. Ab dem 25. November, dem «Dumping Day» dürfen die Hummerkörbe verteilt werden, daher ist momentan in den Fischerhäfen viel los. Als wir festmachen wollten, stand schon der Hafenmeister bereit… und gebot uns an einem Fischerboot festzumachen. So dockten wir an die Backbordseite der Frederick & Sisters, wo wir blieben bis wir Shelburne wieder verliessen.

Lunenburg, Werft der Berühmtheiten

Ein Sturm war unterwegs auf uns zu, weshalb wir noch am Halloween-Donnerstag Lunenburg erreichen mussten, oder bleiben wo wir sind. Da wir Richard in Lunenburg noch einmal treffen wollten, standen wir also früh auf und machten noch ohne Kaffee und Zmorge im Magen die Leinen los. Natürlich hatten wir Gegenwind, weshalb auch dieser Trip unter Motor lief. Dazu regnete es und das Wetter testete unsere neuen Thermo-Outfits, welche uns aber warm und trocken hielten. Wir hielten uns im Windschatten der Inseln, arbeiteten uns aber in wenigen Stunden nach Lunenburg durch. Am Zwicker Dock machten wir fest und legten zusätzliche Leinen, da wir starken Seegang erwarteten.

Der Wind nahm dauernd zu, aber vor dem Aufkommen des Sturms angekommen zu sein gab uns die Möglichkeit uns auf Halloween vorzubereiten. Wir kauften Lebensmittel und einige Süssigkeiten für den Fall, dass sich in Sturm und Regen tatsächlich ein verkleidetes Kind auf den Pier hinauswagte, um «Trick or treat!» an unsere Schiebetür zu schreien. Leider kam niemand, doch die Halloween-Songs im Radio brachten uns dennoch in Feiertagslaune. Ich kochte an diesem Abend wieder einmal Fleisch ein. Zum Abendessen gab es Lunenburg Pudding – Leberwurst. Auch eine Blutwurst fanden wir im lokalen Angebot, wodurch die deutsche und schweizerische Herkunft der Einwanderer dieser Ortschaft deutlich wurde. So kommen wir auch in Kanada zu Metzgete.

Als traditionelle Bootsbauerstadt verfügt Lunenburg über drei Bootsausstatter. Schon beim zweiten fand Reto, was er suchte. Über Nacht war ihm die Idee gekommen, wie wir unser Heizungsproblem lösen konnten. Mit einer Platte würden wir eine herkömmliche Dieselstandheizung oberhalb der Steuerbordbank montieren, sofern wir die entsprechende Anlage auftreiben könnten. Doug von The Boat Locker konnte uns diese besorgen und versprach uns ausserdem, sie irgendwie überall hin liefern zu können. Da er seine Frau in Shellbourne kennengelernt hatte, erklärte er sich bereit unsere Heizung im Notfall sogar selbst zu liefern – unter dem Vorwand mit seiner Frau einen romantischen Ausflug zu machen. So würden wir spätestens im letzten Hafen, den wir anliefen bevor wir Nova Scotia verliessen, unsere Heizung bekommen. In der Holzwerkstatt gegenüber, in der die schnittigen Jachten aus den James Bond Filmen gebaut wurden, hatte das Busch-Telefon uns längst angekündigt. Paul kam persönlich auf Sea Chantey zu Besuch, um sich unsere Idee anzuhören und so war auch das Brett organisiert. Als Richard zu Besuch kam, konnten wir auf unsere baldige Heizung anstossen. Im Knot Pub, das uns von diversen Leuten empfohlen wurde und einer deutschen Familie gehört, assen wir Würste mit Sauerkraut und Fisch-Frikadellen. Traurigerweise hatte das berühmte Fisheries Museum geschlossen und Bluenose II, der Nachbau des historischen Regatta-Schoners, wurde eingewintert. Daher spazierten wir mit Richard durch die Strassen, durchstöberten einen Secondhand-Laden für Bücher, hockten eine Weile bei einem Drink und verabschiedeten uns spät abends mit Kaffee und Cheese Cake – diesmal von mir gebacken und nur halb so gut wie Richards.

Einige berühmte Schiffe, die in Lunenburg gebaut wurden:

  • Bluenose I, II und der Nachbau von II
  • Bounty
  • Rose, aus dem Film Master and Comander
  • diverse Bond-Jachten

Ryan’s Gut

Wir konnten es nicht sein lassen, wir mussten durch den Ryan’s Gut. Dieser ist eine enge Passage zwischen Inseln hindurch, in der einige Felsen und Untiefen, die durchfahrt erschweren. Aber sie war eine Abkürzung und das Abenteuer juckte uns in den Fingern. So verliessen wir den Steg und ich brachte mich auf dem Bugspriet als Lotse in Position, während Reto am Steuer sass. Zwischen Bojen hindurch fuhren wir durch den schmalen Kanal. Von oben konnte ich durch das klare Wasser wunderbar den Grund betrachten. Nur sah ich wegen der Reflektion nur einige Meter voraus, weshalb Reto vor dem submarinen Dollar Rock einen brüsken Stopp reissen musste. Einige Meter weiter links, war die Durchfahrt kein Problem. Einige Untiefen gab es zu um- und überschiffen, doch bei Flut hatten wir vielerorts genügend Tiefe. Bald fuhren wir durch die weite Bucht und betrachteten von weitem den Leuchtturm von Peggy’s Cove. Reto gefielen die vielen Inseln mit niedlichen weissen Leuchttürmen, klassisch mit rotem Lichthaus, und winzigen Ortschaften. Bald erreichten wir Indian Passage in der Mahone Bay, wo wir einen Bootsbauer besuchen wollten. Dieser empfing uns an seinem Pier, musste aber nach kurzer Zeit zugeben, dass er nicht die Zeit hatte uns zu helfen. Noch versuchen wir eine Lösung zu finden, mit der wir den Anker besser durch die Bugsprietkonstruktion bewegen können. Dafür durften wir die Nacht an seinem Steg verbringen.

RNSYS Halifax

Wir verliessen Sheet Harbour früh unter Motor und mussten auch den ganzen Tag unter Motor fahren, weil wir Gegenwind hatten. Zur Erklärung: Wir befinden uns im Wettlauf gegen die Zeit, da wir am 8. November Sea Chantey’s Aufenthaltsbewilligung in Kanada verlieren, daher müssen wir ein kleines bisschen Gas geben um den Gulf of Maine in einem guten Wetterfenster überqueren zu können. Unter Motor ermöglichte uns aber Halifax durch den Hintereingang zu stürmen und so einige Schiffswracks zu sehen. Ich hatte bereits den ganzen Tag versucht eine Marina anzurufen, um mich zu erkundigen, ob eine von ihnen noch freie Liegeplätze anbot. Ich landete aber immer beim Anrufbeantworter, ebenso in Lunenburg, das wir einige Tage später anlaufen wollten. So erbaten wir schliesslich via Funk einen Anlegeplatz, bei der einzigen Marina, die einen Funkkanal abhörte: Den Yachtclub mit Namen Royal Nova Scotian Yacht Squadron. Ein junger Mann dirigierte uns in einen Liegeplatz am Pier, unmittelbar neben dem einzigen anderen Holzschiff. Dessen Besitzer Rhynelander gab uns einige gute Kontakte.

Halloween? Wir haben nur die Ankerwinde geschmiert.

Wie wir feststellten, muss ein teurer Liegeplatz (2.45 $ pro Fuss, wovon Sea CHantey 73 lang ist) nicht zufriedenstellenden Service bedeuten, die Duschen waren uns entschieden zu dreckig. Dafür gewannen wir unsern «Nachbarn» Don lieb, der sein Boot in Halifax überwintern wird und uns mit seinem Mietwagen zwei Mal zu einem Bootsausstatter fuhr. Da unsere Heizung nicht geliefert wurde, Richard sie also auch nicht hatte mitbringen können, sahen wir uns nun nach einem vergleichbaren Modell um. Ein Diesel-betriebenes Durchlaufsystem erschien uns das richtige, welche aber teuer sind und einige Löcher in die Bootsaussenhülle benötigen. Der Bootsausstatter druckte Reto eine Gebrauchs- und Montageanleitung aus, mit der klar wurde, dass dieses System für Sea Chantey ungeeignet ist. Richard verliess uns an diesem Abend und setzte sich in das Hotel in Halifax ab, in dem wir vor zwei Jahren gut residierten. Zum Abendessen verabredeten wir uns erneut, weshalb Reto und ich mit dem Bus nach Downtown fuhren – gratis, weil im Bus die Kasse nicht funktionierte. Nach Richards Verabschiedung bei Koreanisch und Bier, mussten wir aber mit dem Taxi zurück. Nach Zehn fahren nun einmal keine Busse mehr zum Yacht Club.

Diese eisige Nacht bestätigte uns, dass wir eine Heizung benötigten. Da diese aber unerreichbar schien, begaben wir uns erst einmal in ein Fachgeschäft für Arbeitskleidung. Natürlich hatte der Commercial Fishery Suppley keine Schifel, die auf meine kleinen Füsse passten, aber Mark’s hatte die passenden, gefütterten Gummistiefel für mich. Und Thermo-Unterwäsche. Und superwarme Socken. Zu meiner Belustigung kaufte Reto ausserdem ein Paar Lackschuhe mit Anti-Rutsch-Sohle, die für Kellner gedacht sind, diese hatte seine Fussweite (denn Reto hat breite Füsse) und entsprachen seinem Stiel. Unser Taxifahrer kicherte als wir die Einkäufe ins Auto luden, denn wir hätten doch nur Gummistiefel kaufen wollen.

Eigentlich wollten wir nur das Clubgebäude von Innen sehen, aber schliesslich sassen wir mit Don und seiner Freundin Maggy beim Mittagessen. Sie arbeitet als Steuerfrau auf einem Eisbrecher der Coast Guards und war daher eine spannende Gesprächspartnerin. Da Don seinen Leihwagen abgeben musste, zeigten wir nur ihr unser Piratenschiff. Kurz sprachen wir mit unserem Nachbaren von der Maximo ll, der uns seine Durchlauf-Diesel-Heizung zeigte, was uns bestätigte ein anderes System zu brauchen. Dann tanken und südwärts ging ‘s. Wir umrundeten Sombro Head. Gegen Abend erreichten wir ein malerisches Fischerdorf am Ryan’s Gut, wo wir zwischen den Fischerbooten am Steg festmachten.

das Clubhaus

Sheet Harbour

… entpuppte sich als hübsche Ortschaft, mit allem was ein Segler braucht. Bewaffnet mit unseren Badeutensilien und Kleidern zum Wechseln begaben wir uns im Dinghy an Land und fragten im nächst besten Hotel nach einer Dusche. Der Concierge des Motels «Fairwinds» überlegte einen Moment, huschte dann davon und kehrte einige Minuten später zurück. Er drückte mir einen Schlüssel mit Aufschrift Zimmer 1 in die Hand und meinte, wir sollen ihm melden, falls wir das Bett berührten. Was es denn koste? …Nichts. Wir hinterliessen also ein sauberes Trinkgeld.

Nach einigen Minuten Fussmarsch betrachteten wir den Wasserfall von oben. Von den Brücken aus konnten wir wunderbar die Bucht mit Sea Chantey in der Mitte übersehen. Über beide Brücken und entlang dem erstaunlich braunen Fluss verlief ein Fussweg, auf dem wir uns wie in den Schweizer Bergen fühlten mit den Tannen, schmalen Wegen und rauen Steinen. Auch lag das geschlossene Visitor Center am Fussweg, wo wir uns über Sheet Harbour schlau machten: Hier wurden Jahrhunderte zuvor Lachse gefischt und Stämme geflösst, deren Holz nach England exportiert wurde, bevor 1920 eine Sägerei und später eine Papiermühle entstand. Die Verschmutzung durch Schwefel riecht man in der Bucht noch heute, obwohl seit Jahrzehnten keine Papiermühle mehr steht.

Wir stockten unsere Vorräte auf, welche samt uns von einer freundlichen Dame zum Dinghy gefahren wurden, und verstauten alles auf dem Boot. Reto musste wegen des zusätzlichen Volumens zwei Mal vom Ufer zu Sea Chantey rudern, um alles an Bord zu bekommen. Und nun ruderte Reto Richard und mich wieder an Land: Wir mussten den Bier-Vorrat aufstocken. So bestellten wir in der Bar des Henley House jede Sorte des selbstgebrauten Biers in Probiergrösse. Die Tochter des Pub-Besitzers hatte in Wales brauen gelernt und betriebt nun im Anbau die Sober Island Brewery. Wir plauderten mit dem Bruder der Brauermeisterin und kauften bald genug Bier um einen Harras und ein paar Socken geschenkt zu bekommen. Da es inzwischen zu spät war, um im «Fairwinds» zu Abend zu essen, kehrten wir ins Henley House zurück. Belustigt meinte unser Verkäufer, als er sagte «See you soon» hätte er uns nicht so bald wieder erwartet. So kamen wir aber zur Geschichte des Namens der Brauerei. Es gibt die Legende, dass einst Piraten wegen ihrer Trunkenheit auf Sober Island aufliefen und strandeten, welches nahe Sheet Harbour liegt. Als sie wieder von dort wegkamen, waren alle nüchtern – eben sober.

Anker hält? … !

Am Dienstag, 22. Oktober war viel Wind angesagt. Doch zunächst hatten wir grosses Glück. Nämlich ging uns noch am Pier das WC-Papier aus und nicht erst auf offener See. So konnten wir den freundlichen Hafenmeister bemühen, der uns sechs dieser wichtigen Rollen schenkte. Wir legten ausnahmsweise unter Segel ab. Bald waren wir unter Fock- und Besansegel unterwegs, wobei wir nur so durch die Wellen sausten. Wir fuhren in grossem Bogen zu unserem Ziel, welches einige Buchten weiter südlich war. Ich sass auf einer der Kisten neben dem Grossmast und genoss die Sonne, als sich die hintere Ecke des Klüversegels von ihrem Baum losriss. Da ich sowieso vorn war, leitete ich auch gleich das Manöver ein, während die Jungs im Cockpit noch realisierten was los war. Während Reto aufschoss – also den Bug in den Wind drehte – löste ich das Fall und holte das Focksegel ein. Richard kämpfte sich, geschüttelt von den grossen Wellen, nach vorne und gemeinsam knüpften wir die Segelecke wieder am Baum fest. Es dauerte einen Moment, weil wir uns sehr gut festhalten mussten, um nicht von den Wellen von den Füssen geschleudert zu werden. Bald war das Segel aber wieder funktionstüchtig und wir stolz, weil wir die Situation so gut gemeistert hatten. Ursprünglich wollten wir nach Liscombe, mangels guter Anbinde-Möglichkeiten ankerten wir aber in Spanish Ship Harbour. Der Ankergrund war uns etwas suspekt, weshalb wir in dieser windigen Nacht alle paar Stunden auf dem GPS unsere Position prüften.

Morgens um sechs fluchte Reto nach dem Blick auf das GPS, wovon ich aus einem eigenartigen Traum aufwachte. Sea Chantey war abgetrieben, weil der Anker nicht gehalten hatte. Da von Retos Bewegungen auch Richard wach geworden war, machten wir uns alle bereit für die folgende Hardcore-Aktion. Im Halbdunkel gingen wir an Deck, um die Lage auszuchecken. Schon kurz darauf entschieden wir den Anker zu hieven und uns einen anderen Platz zu suchen. Reto fuhr Sea Chantey gegen den Ostwind an, um die Ankerkette zu entlasten, während Richard und ich den Anker hoben. Richard übernahm jeweils das Kraftintensive einholen der Kette, ich dirigierte vom Bugspriet aus den Pflugscharanker durch die Stahlseilkonstruktion. Wir hatten Sturm an diesem Mittwoch und wollten den Tag in der Bucht verbringen. Um nicht noch einmal in das windige Wetter hinauszumüssen, beschlossen wir zwei Anker hintereinander an der gleichen Kette zu setzen. Daher befestigten Richard und ich die Anker «in Serie» und liessen sie zu zweit ins Wasser geleiten. Nachdem, nach einigem Wiederstand der Leine, auch die Leine montiert war, die die Ankerkette von der Bugsprietkonstruktion fernhielt, konnten wir uns endlich zum Frühstück hinsetzten. Das Seewolfs Brot, das ich am Vorabend gebacken hatte, kam uns sehr gelegen. Den stürmischen Tag verbrachten wir mit putzen, lesen und backen – Richards Cheesecake war uns eine wahre Freude. Gegen Abend wurde das Wetter richtig wüst: Böen bis 40 Knoten schaukelten uns. Der Regen prasselte laut auf unser Kabinendach. Ausserhalb der Bullaugen blitzte es. Aber wir bewegten uns nicht vom Fleck, denn diesmal hielten die Anker bombenfest.

Der Donnerstag begann damit, dass wir unsere Ankerkombination aus der Tiefe ziehen mussten. Richard zog die Kette ohne die Winde hoch, ich war erst von nutzen als wir den zweiten Anker an Bord hieven mussten. Mit dem Bootshaken zog ich die Kette an, bis Richard den frei schwingenden Anker greifen konnte. Dann löste ich den Schäkel und wir konnten beide Anker wegräumen, einen an Deck, einen auf der Rolle, wo sie hingehörten. Unter Motor machten wir eine schöne Spritztour zwischen den Inseln hindurch, vorbei an Orten mit lustigen Namen: Via Ecum Secum fuhren wir nach Necum Teuch. Unter Segel kamen wir als wundervolles Fotomotiv im Abendlicht in Sheet Harbour an. Die Marina kam uns spanisch vor, weshalb wir unterhalb des Wasserfalls in der Bucht ankerten.

Blick vom Wasserfall in den Sheet Harbour (fotografiert von Richard)