Quarantäne-Abenteuer I

Inzwischen wissen wir sogar an Land nicht mehr genau welcher Tag ist und was wir für eine Datum haben. Aber wir sind zufrieden mit unseren Fortschritten. Die Namenplatte am Heck wurde während der letzten Tage komplett abgeschliffen, die Lettern vorgezeichnet und überlackiert. Nach zwei weiteren Schichten dunklen Klarlack werde ich die Schnitzerei golden anmalen, welche ein Seil darstellt und während sechzig Jahren mindestens fünf unterschiedliche Farben gehabt haben muss. Falls genügend Goldfarbe vorhanden ist werde ich auch Sea Chanteys Namen und Heimathafen in prunkvollem Gold aufmalen, sollte sie nicht genügen wird der Schriftzug vielleicht… grün? Weiss? Wer weiss?

Das Segelcover, an dem Reto seit South Carolina bastelte, wurde in den letzten Tagen fertig und der stolze Kapitän riggte seinen «Flieger». Wir nennen das vorderste, baumlose Segel so, da die korrekte Bezeichnung wohl «Klüverstengevorstagsegel» wäre, was uns entschieden zu lang ist. Wir übernahmen die Bezeichnung «Flyer» von Brad (Sea Chanteys Vorbesitzer), der es «fliegend» nannte, weil es nirgends an Holzangeschlagen ist. Wir montierten gemeinsam das Cover auf dem Segel und waren erstaunt, wie gut es passte. Retos erstes Segelcover passt. Respekt bitte!

Auch ich hatte Premiere: Ich zerlegte zum ersten Mal einen Fisch. Bei einigen Fischern kauften wir eine kleine Grouper, ein Karpfenförmiger Raubfisch mit roten Augen und Stacheln an den Rücken- und Bauchflossen. Unsere war «nur» zirka 50 cm lang. Sie hätte gerade in den Backofen gepasst, weshalb ich ihr den Bauch aufschnitt, um die Eingeweide zu entfernen. Derweil guckte Reto Youtube-Filme zum filetieren von Grouper, weshalb ich auch dies zu versuchen hatte. Filet lässt sich einfacher zubereiten und essen. Hinter der seitlichen Flosse wird der Fisch eingeschnitten und dann das Filet vom Rücken herabgetrennt. Eigentlich einfach, nur wäre es einfacher gewesen, wenn ich nicht zuvor den Bauch geleert hätte. Man lernt eben aus Fehlern.

Ich musste noch etwas aus Fehlern lernen: Ernte nie Kokosnüsse ohne Schutzhelm und Stahlkappenschuhe!! Als ich mit dem Bootshaken einige Nüsse von der Palme holte, stellte ich fest, wie gut ich sie schon vom Baum lösen konnte. Gleich darauf stellte ich fest, wie schmerzhaft es ist, wenn so eine Kokosnuss einen Zeh trifft. Volltreffer! Der Schmerz ist unglaublich, selbst für einen Schriftstellerin unbeschreiblich! Als würde man mit eiskalten, durchgefrorenen Füssen in eine Bowlingkugel treten (oder so stelle ich mir die Bowlingkugel vor). Die nächsten drei Tage verfärbte sich mein Zeh vorlaufend von rot-violett und geschwollen nach dunkelviolett nach blau, wobei sich ein lustiger Streifen quer über meinen Zeh legte. Nach dem blauen Zebra-Look färbte er sich wieder normal und schmerzt fast nicht mehr. Aber nach der Erfahrung mit dem Zeh, erspare ich mir die mit dem Kopf!!

Das Internet der Palm Cay Marina geht uns bisweilen auf die Nerven, daher muss ich auch diesmal einen Nachliefertermin für die Fotos anmelden.

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